WAS IN DER ZEITUNG STEHT


Auf der Bühne alles geben

Bottroper Kabarettist Skotty im Ebertbad

Skotty hatte eingeladen. Diesmal war der trompetende Eismann mit seiner kreativen Bühnenschau zu Gast im Ebertbad. Und der Bottroper Kabarettmann bot wieder einmal Geschichten vom Feinsten. Wenn Skotty dem Zuschauer erklärt, wann, wo und wie man als fahrender Gewerbetreibender Erdbeer, Vanille und Schoko am Besten an den Mann bringt, hat er die Lacher auf seiner Seite – und das, weil alles ganz echt und erlebt rüberkommt. Das kommt nicht von ungefähr, Christoph Kott war auch im richtigen Leben als Eismann unterwegs und weiß wovon er spricht. Den Leuten aufs Maul geschaut und auf der Bühne alles geben – so lautet sein Rezept. Das gilt auch für die wahre Geschichte um Freund Siggi, dem Skotty das Trompetespielen eigentlich verdankt.

Der Vollblutmusiker garniert seine Show immer wieder mit Trompetensoli – mal ernst, mal fetzig, mal komisch. Ob als Bläser oder Erzähler – Skotty lebt sein Programm – das spürt das Publikum, das macht ihn als Künstler glaubhaft.

Schade, dass die Gäste seiner Show, die ihm eine Agentur vermittelt hatte, da so ganz anderer Natur waren: Ludger K. spulte ein langweiliges Programm ab, seine Komik arrogant und platt. Und ein Witz über die Flutwellenkatastrophe ist mehr als daneben.

Eigentlich nur schön und langbeinig die Kölner Kabarettistin Barbara Ruscher. Auch sie wirkte farblos und brachte schon längst Dagewesenes.

Da nahm sich Kai Magnus Sting schon ganz anders aus. Äußerlich Typ Bankkaufmann, "explodierte" der Kabarettist auf der Bühne. In rasendem Tempo, rhetorisch brillant, philosophierte er über das Leben im Allgemeinen und im Besonderen. Dabei ließ der Kabarettist, der auch schon mit Altmeister Hanns Dieter Hüsch produzierte, nicht nur sich, sondern auch dem Zuschauer kaum Zeit zum Luftholen. Einfach klasse! Ebenso die Sängerin Julie mir ihrer grandiosen Soul-Stimme. Wahrlich mehr als eine Pausenfüllerin.

So war's dann doch noch ein toller Abend. Doch fürs nächste Mal:
Mehr Skotty, weniger Gäste – aber gute!

ost

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